Erst schlägt Eintracht Niederhofheim 6:0. Dann patzt Kelkheim in Offheim. Spät in der Nacht herrscht Gewissheit: Mit einem Zähler schiebt sich die 1. Schülermannschaft am letzten Spieltag an die Spitze der Bezirksoberliga. Glücklich, aber nicht unverdient.

Meister 2012/13: Lennart, Alex, Furkan und Anton

Meister 2012/13: Lennart, Alex, Furkan und Anton

 

Samstag, 20. April.

Das Finale um die Meisterschaft  verfolgen Schüler, Trainer und Betreuer „vom Wohnzimmersessel“ aus. Für Lennart Lukosch, Furkan Dogan, Anton Fischer und Alexander Przybylski ist die Saison am frühen Nachmittag bereits vorbei, der zweite Platz gesichert. Mit einem 6:0 gegen den Tabellenvierten TSG Niederhofheim 06 hat das Quartett eine neunzigminütige Glanzleistung gezeigt und abermals unterstrichen, warum es bis zu dieser Stunde mit der SG Kelkheim im Rennen um den Titel steht.

Nach dem Sieg aber können die Eintrachtler nur noch auf einen Ausrutscher der Konkurrenten aus dem Main-Taunus-Kreis hoffen. Die Erwartungen sind überschaubar, man weiß aus den direkten Aufeinandertreffen um die Spielstärke der Kelkheimer, gegen die in der Hinrunde eine deutliche (1:6) und in der Rückrunde eine knappe Niederlage (4:6) zu Buche steht. Die Schüler schauen, ob den Kontrahenten beim letzten Auswärtsspiel vielleicht noch die Puste ausgeht. Das Warten auf Gewissheit wird in den darauf folgenden Stunden zum Krimi.

Top-Bilanzen: Alex und Lennart zählen zu den zehn besten Einzelspielern der Bezirksoberliga

Top-Bilanzen: Alex und Lennart zählen zu den zehn besten Einzelspielern der Bezirksoberliga

 

Um 18:49 läuft im What’s-App-Chat der Tischtennisabteilung ein Gerücht auf: Kelkheim soll gegen Offheim nur ein Unentschieden gelungen sein. Im Spielerfassungssystem ist das Ergebnis noch nicht einsehbar. Das große Rechnen beginnt. In diesem Moment wird klar: Es geht um jedes Spiel, jeden einzelnen Punkt. Wenn die Information stimmen sollte, würde die Eintracht bei gleicher Punktzahl aufgrund des besseren Spielverhältnisses auf den ersten Platz vorrücken. Gut, dass sich jeder einzelne Spieler beim Aufeinandertreffen mit Niederhofheim bis zuletzt konzentriert hatte. All’ die knappen Siege der letzten Stunden, von Lennart gegen Jonas Alker, von Furkan gegen Simon Leibersperger und von Anton gegen Jan Dietrich liegen nun in der Waagschale.

Den ganzen Abend über bleibt das 5:5 nur ein Hörensagen, ein Rauschen im What’s-App-Chat. Immer wieder und wieder aktualisiert mancher Spieler die Ergebnisseite der Schüler-Bezirksoberliga. Ergebnislos, die betreffende Zeile auf der Internetseite der Liga bleibt leer.

Sonntag, 21. April.

Es ist Eintrachts Gerätewart Kevin Bohley, der spät in der Nacht Gewissheit bringt. Um 1:38 Uhr sendet er die erlösende Nachricht über den What’s-App-Äther:„Ja, es stimmt. Kelheim hat 5:5 gespielt!!!!!!! Hab eben die Benachrichtigung von Click-TT bekommen!!!“ Die einen erreicht die Botschaft noch mitten in der Nacht, die anderen am Sonntagmorgen. Überall ist die Freude riesengroß, mitunter euphorisch.

Auch die Reaktionen im Trainerstab sind entsprechend: Für Benjamin Frankler, der die Schüler in der Rückserie bei den meisten Spieler betreut hat, kommt der Titel an diesem Sonntag „unerwartet, aber verdient“. Luca sieht in dem späten Meisterschaftsgewinn den verdienten Lohn dafür, „dass wir bis zum Schluss an uns geglaubt haben. Und Jugendwartin Thao Tran ist einfach nur „stolz auf unsere Schüler.“

Furkan war im Doppel an der Seite von Lennart kaum zu schlagen

Furkan war im Doppel an der Seite von Lennart kaum zu schlagen

 

Den Erfolg verdankt das Team einer homogenen Mannschaftsleistung und einem Traumdoppel. Die Top-Bilanzen im Einzel weisen Spieler anderer Vereine auf. Aber mit Lennart (Platz 5) und Alex (Platz 6) gelingt es gleich zwei Eintracht-Schülern, sich unter den  Top-Zehn zu platzieren. Die beide anderen, Furkan (Platz 11) und Anton (Platz 15), finden sich unter den Top-Zwanzig. Selbst Fabio Barz del Rio, Stammspieler der Hin- und Ersatzspieler Rückserie, steht mit Platz 25 noch im oberen Bereich der 72 Spieler umfassenden Rangliste. Eine negative Bilanz leistet sich keiner der fünf Spieler. Dominant strahlt die Eintracht bei den Doppeln aus. Lennart und Furkan gewinnen nahezu nach belieben. Mit 16 Siegen bei nur einer Niederlage präsentieren sie sich als das mit Abstand stärkste Duo der Schüler-Bezirksoberliga.

Die Meisterschaft ist für manchen nicht nur ein Erfolg der Eintracht, sondern auch für die gesamte Stadt. „Für unseren Tischtenniskreis ist es ganz wichtig, in der Schüler-Konkurrenz diese Saison einen Meistertitel zu erlangen“, sagt Luca. In der Schüler-Verbandsliga und der Schüler-Bezirksklasse habe es in diesem Jahr für die übrigen Mannschaften nur für mittlere und hintere Platzierungen gereicht. Mit dem Sieg der Eintrachtschüler aber, habe man Flagge gezeigt.

Anton (links, mit Luca), rückte zur Halbserie ins Team und etablierte sich mit starken Leistungen

Anton (links, mit Luca), rückte zur Halbserie ins Team und etablierte sich mit starken Leistungen

 

Lorenz Hemicker, stellvertretender Abteilungsleiter, dankte nach allen Unterstützern für ihr Engagement. „Die Jungs haben grandios gespielt“, sagte er, „aber Anteil haben auch alle Eltern und zahlreiche Abteilungsmitglieder.“ Als Fahrer, Betreuer. Organisatoren und Trainer hätten sie erst die Basis gelegt, auf der die Schüler die ambitionierte Leistung erbringen konnten. Der Erfolg zeige, dass die Abteilung mit der zielgerichteten Jugendarbeit richtig liege. „Wir setzen auf den eigenen Nachwuchs und werden diesen Kurs in der kommenden Saison konsequent weiterverfolgen“, kündigte Lorenz an.

Kategorien: