Gegen VfR IV holt Team Zwo zwei wichtige Punkte im Kampf um den Klassenerhalt. Auf die Siegesstraße führt die Eintracht ein Taktikfuchs – mit einem Kunstgriff anno 1937.

Team Zwo: Dietar, Benny, Lorenz, Stephan, Furkan (hinten), Thao, Samet und Taktikfuchs Wolfgang (vorne)

Team Zwo: Dietmar, Benny, Lorenz, Stephan, Furkan (hinten), Thao, Samet und Taktikfuchs Wolfgang (vorne)

 

Bei der Tischtennis-Weltmeisterschaft 1936 schenkten sich der Pole Alex Ehrlich und sein Gegner Farkas Paneth nichts. Ihr erster Ballwechsel dauerte zwei Stunden. Dem Vernehmen nach sollen beim Stand von 0:0 mehrfach die Schiedsrichter ausgewechselt worden sein. Paneth gab im zweiten Ballwechsel nach weiteren 20 Minuten Spielzeit auf.

Begegnungen wie die zwischen Ehrlich und Paneth waren bei der WM ´36 keine Seltenheit. Eine andere Begegnung soll nach sieben Stunden per Münzwurf entschieden worden sein. Das Finale dauerte zwölf Stunden. 1937 wurde das Zeitspiel eingeführt, um epische Spiele zu begrenzen. Dieser verstaubten Regel sollte am Freitagabend im Derby zwischen Eintracht II und VfR IV eine unerwartete Schlüsselrolle zukommen.

Beim zweiten Aufeinandertreffen mit einer Mannschaft des Lokalrivalen VfR war Team Zwo in Bestbesetzung angetreten. Für Furkan Dogan rückte Stephan Schäfer ins Team.

Zu Spielbeginn deutete alles darauf hin, als ob die Gäste des VfR trotz Abwesenheit ihrer beiden Spitzenspieler ihrer Favoritenrolle gerecht würden. In den Doppelbegegnungen geriet die Eintracht direkt ins Hintertreffen. Nur Stephan Schäfer und Benjamin Frankler konnten einen Punkt für Team Zwo markieren.

Wolfgang dreht seine Partie mit der Zeitspielregel

In den ersten Einzelbegegnungen entwickelte sich zwischen Eintracht II und VfR IV ein offener Schlagabtausch. Mannschaftskapitän Lorenz Hemicker, Samet Kale und Stephan Schäfer erzielten Punkte für den Gastgeber, Wolfgang Scholl, Benjamin Frankler und Dietmar Ritter mussten sich ihren Gegnern geschlagen geben.

Beim Stande von 4:5 sah dann alles danach aus, als ob sich der VfR nun absetzen würde. Lorenz erwartete Herbert Suchy, den er zuvor noch nie geschlagen hatte. Und Wolfgang geriet gegen Dr. Roland Stern mit 0:2 ins Hintertreffen.

Doch im Direktvergleich der beiden Spitzenspieler gelang es Lorenz dann zunächst, Herbert mit einer neuen Taktik auszuhebeln. Und in der Schupfschlacht zwischen den beiden an Position 2 gesetzten Routiniers zog Wolfgang gegen Roland nach zehn Minuten Spielzeit im dritten Satz ein überraschendes Ass aus dem Ärmel. Er beantragte Zeitspiel. Eine neue Situation für das Gros der anwesenden Spieler.

Beim Stande von 3:7 gegen Wolfgang wurde nun ein zweiter Schiedsrichter an die Platte gestellt, der laut die Ballwechsel zu zählen hatte. Die Zahl der Ballwechsel war nun automatisch auf 13 begrenzt. Gelang es dem Angreifer bis dahin nicht den Punkt zu machen, ging der Punkt an den Rückschläger.

Wolfgangs Rechnung, Roland so unter Zugzwang zu setzen, ging auf. Ihm gelang es nicht mehr, den Abwehrriegel des Taktikfuchses zu durchbrechen. Umgekehrt schaffte es Eintrachts Routinier nun, mit gezielten Angriffen beim eigenen Aufschlag  gegen Roland selbst zu punkten. Nach 50 Minuten Spielzeit brachte Wolfgang die Eintracht mit einem 7:11, 5:11, 11:7, 15:13, 11:5 erstmals in Führung.

Nun war die Eintracht am Drücker. Die folgenden drei Spiele brachten Samet, Benny und Stephan sicher ins Ziel.

Am Freitag, 15. November, gastiert Team Zwo beim TV Erbenheim. Das Spiel gegen die vierte Mannschaft beginnt um 19 Uhr 45.

Kategorien: