Luca Pepi: Gedächtnispokal und Portrait

 

Lieber Freund,

ich möchte Dir von etwas erzählen, was sich am vergangenen Wochenende zugetragen hat. Denn es ist wegen Dir geschehen. Freund, was wärst Du stolz gewesen! 18 der Unsrigen waren da. Deine Jungs – Furkan, Nico, Anton und Alex – wie könntest Du sie je vergessen. Liam, ein ganz Talentierter, der erst vor ein paar Wochen zu uns gestoßen ist. Rapha kam extra von der anderen Rheinseite rüber. Er ist ja leider nicht mehr bei uns. Lars, der Unermüdliche. Norbert, unser Chef. Und Thao, die mehr und mehr auf ihre eigene Art Deinen Platz einnimmt. Lieber Freund, was kannst Du stolz auf sie sein! Und viele mehr.

Ein Bild von Dir stand auf dem grünen Tisch. Gleich neben dem Pokal, der Deinen Namen trägt. Du sitzt darauf in Hannas Kneipe, die es nicht mehr gibt. Neben Dir Samet, dem Du so viel beigebracht hast. Dahinter Rapha. Was für ein Trio. Und Du strahlst, so wie wir Dich in Erinnerung haben: Die Augenbrauen leicht gehoben, den rechten Arm lässig auf der Stuhllehne, den Schalk im Nacken.

Nico hat sich am Sonntagmorgen zu Hause hingestellt und verkündet, dass er Deinen Pott holt. Und kannst Du Dir das vorstellen? Genau so ist es gekommen! Nicht nur das. Er wollte noch protestieren, als das Spielverfahren verkündet wurde. Punktevorgaben für schwächere Spieler – das war ihm zu läppisch. Hanna, Thao und Benny haben sich die übrigen Urkunden erspielt. Ein schönes Gruppenfoto der Vier, zusammen mit Hannas Sohn, der die Halle die ganze Zeit über unsicher gemacht. Hanna ist tags darauf nochmal Vater geworden. Ein Mädchen! Ich denke gerade an Deine Tochter. Du bist so stolz auf sie gewesen.

Manchmal kommt es mir so vor, als ob Du immer noch da wärst. Wenn wir uns zusammensetzen und über die Unsrigen sprechen, erinnere ich mich an Deine übersprudelnden Ideen. Mehr noch, wenn wir im Wettkampf stehen und ein Spiel zu kippen droht. Dann ist es mir manchmal so, als ob Du an der Bande stehst und zuschaust. Uns die Daumen drückst. So, wie Du es immer getan hast. Magst Du im Spiel auch manchmal Dein sizilianisches laissez faire an den Tag gelegt haben. Wenn es um etwas ging, um die Eintracht, kanntest Du nur eins: 100 Prozent Einsatz, ohne Wenn und Aber. Du warst ein Leuchtturm. Der Held der Kids. Du warst unser Gesicht.

„Ich bleibe Eintrachtler bis ich sterbe“, hast Du m vergangenen Jahr einmal in einem unser vielen Gespräche gesagt. Wie schnell Du unsere Welt verlassen würdest, ahnten wir nicht. Früh, viel zu früh bist Du gegangen. Unfreiwillig. Aber chancenlos gegen einen übermächtigen Gegner.

Nur in einer Sache hast Du Dich getäuscht. Für uns bleibst Du ein Eintrachtler, über den Tod hinaus. Du lebst in uns weiter, Luca. Du fehlst uns. Und wir werden Deiner wieder gedenken. Bei dem, was uns auf immer verbindet. Unserem Spiel. Beim Tischtennis.

Die Eintracht veranstaltete am Sonntag, dem 9. November, erstmals ein Gedächtnisturnier für Luca Pepi, Spieler und Trainer der Tischtennisabteilung, gestorben im Oktober 2013 im Alter von 31 Jahren.

Kategorien: